So erreichst Du uns!
Telefon: 0681 5004-238
E-Mail: freiwilligendienste@drk.saarland
Öffnungszeiten
Mo. - Do. 09:00 - 16:00 Uhr
Fr. 09:00 - 12:00 Uhr
Telefon: 0681 5004-238
E-Mail: freiwilligendienste@drk.saarland
Öffnungszeiten
Mo. - Do. 09:00 - 16:00 Uhr
Fr. 09:00 - 12:00 Uhr
Jaron gibt einen Einblick in seinen Alltag an einer deutsch-französischen Grundschule.
Ankunft
Mein IJFD war aufregend, anstrengend und schön. Im September 2024 begann ich zum großen “la rentrée” in der Grundschule Saint Léon IX in Nancy, Frankreich zu arbeiten. Ich wurde direkt als Assistent für die DeutschlehrerInnen im Unterricht eingesetzt und schnell ins Team eingegliedert. Daher, dass ich im Juni bereits 3 Schnuppertage in der Einrichtung gemacht hatte, konnte ich mich fix einfinden. Zuvor hatte ich noch das Wochenende Zeit, mich in meiner neuen Einzimmerwohnung zurechtzufinden. Es war aufregend, mit 19 Jahren endlich völlig selbstständig zu leben und alle nötigen Besorgungen zu erledigen. Zur Seite stand mir von Anfang an mein Mitfreiwilliger und mittlerweile guter Freund, der in dem Kindergarten der gleichen Schule arbeitete.
Arbeit in der Einsatzstelle
In der Grundschule betreute ich die Klassen 1 bis 5 (CP-CM2 auf französisch), also vom Alter 5-11. Dabei hatte ich 3 LehrerkollegInnen, die die genannten Klassen bilingual führten. Im Großteil meines Arbeitsalltages begleitete ich meine SchülerInnen im Unterricht. Ich half den Kindern bei ihren Schulaufgaben, sorgte für Ruhe, betreute einzelne Lerngruppen, redete Deutsch mit ihnen und war ein Ansprechpartner auf Augenhöhe für sie. Zusätzlich spielte ich freiwillig in der Pause mit ihnen und baute so ein nahbares Verhältnis mit ihnen auf. Generell gab es viele Möglichkeiten, um persönliches Engagement einzubringen. So übernahm ich z.B. Teile des Sportunterrichts der 4. und 5. Klasse und plante selbst einige Unterrichtssequenzen. Mir wurde in Absprache mit den KollegInnen viel Freiraum ermöglicht. Die Schule ist von Montag bis Freitag geöffnet, wobei Mittwoch ein unterrichtsfreier Tag ist. Als Ganztagsschule gehen die Unterrichtszeiten von 8:30 - 16:30 Uhr, mit einer Mittagspause zwischen 11:45 - 13:30 Uhr. Am Mittwoch wird lediglich von 9:00 - 12:00 Uhr unterrichtet.
Darüber hinaus gibt es öfter mal Events und Ausflüge. Zum Beispiel war ich bei 2 Klassenfahrten mit dabei und es gab einen Laternenumzug zu St. Martin nach der regulären Schulzeit. Das sind zwar Arbeitszeiten außerhalb der Norm, aber sie machten immer Spaß im Kontakt mit den SchülerInnen. Für mich war das Schönste an der Arbeit der Kontakt mit den Kindern. So gab es manche schüchterne SchülerInnen, die erst nach einigen Monaten auf mich zukamen und mit mir redeten. Ein anderes Mal rannte eine sehr distanzierte Schülerin mit offenen Armen auf mich zu, nachdem ich auf der Klassenfahrt viel mit ihr gespielt hatte.
Umfeld
Nancy ist eine mittelgroße Stadt mit einigen Events, wo man fast immer etwas machen kann, und dennoch hat sie viele ruhige Orte zum Entspannen. Ich wohnte 10 Minuten mit dem Fahrrad vom Stadtzentrum und der Schule entfernt. Alles Nötige zur privaten Versorgung war auch reichlich in der Nähe vorhanden. Dabei bot mir die Einzimmerwohnung immer einen sicheren Rückzugsort für mich allein. Zudem wohnte der andere Freiwillige nebenan, sodass wir immer spontan etwas unternehmen konnten. Nächstes Jahr (ab September 2025) wird es allerdings für die Freiwilligen eine WG an einem neuen Standort geben.
Soziale Kontakte zu knüpfen, war für mich anfangs ein bisschen schwieriger. Denn mit schlechterem Französisch und keinem Anschluss an Menschen in Nancy war es kompliziert, auf die Leute zuzugehen. Doch nach einigen Monaten machte ich über das Erasmus-Programm und einen Tanzkurs (K&Move, nur zu empfehlen!!!) einige internationale Bekanntschaften. Insgesamt war es toll, mal ein Jahr in Frankreich zu leben. Ich schätzte einige Sachen wie die Bäckereien und die Arbeitszeiten in Frankreich sehr wert. Andererseits lernte ich auch, Privilegien aus Deutschland wertzuschätzen, vor allem die Mülltrennung und den schnelleren sozialen Anschluss.
Seminare
Die Seminare im Laufe der IJFD’s waren eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag. Besonders in den Präsenzseminaren konnte man viele Erfahrungen austauschen, viele verschiedene Menschen kennenlernen und eine schöne Zeit haben. Ebenfalls die nette Leitung des DRK-Programms zu sehen, war immer toll.
Zusammenfassung
Zusammenfassend kann ich das IJFD in der Einsatzstelle Saint Léon IX in Nancy nur weiterempfehlen. Es war eine sehr spannende und coole Zeit, auch wenn es mal anstrengender war. Dieses Jahr hat mir unheimlich viel geholfen in Sachen persönlicher Entwicklung, Selbstständigkeit und beruflicher Orientierung. Zusätzlich bekam ich noch Unterstützung durch das Team des DRK’s. Des Weiteren habe ich jetzt ein gutes Grundlagenwissen darüber, wie ich mit Kindern umgehe und wie die Abläufe in einer Grundschule sind.
Den zukünftigen Freiwilligen kann ich als Tipp geben, dass man sich nicht so einen Druck machen soll, dass alles direkt und ohne Fehler klappen muss. Vieles ergibt sich Schritt für Schritt, und Nachsicht ist den KollegInnen auch nicht fremd. Und sagt in der Arbeit direkt, wenn euch etwas stört bzw. wenn ihr Wichtiges loswerden müsst. Ihr seid auch wichtig - deshalb steht für euch ein! Vielen Dank für dieses Jahr und viel Spaß euch im kommenden Jahr! :)