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Telefon: 0681 5004-238
E-Mail: freiwilligendienste@drk.saarland
Öffnungszeiten
Mo. - Do. 09:00 - 16:00 Uhr
Fr. 09:00 - 12:00 Uhr
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Lilith berichtet von ihrem IJFD in einem Krankenhaus in der deutsch-französischen Grenzregion.
Hi, ich bin Lilith, 19 Jahre alt, und habe meinen IJFD im Hôpital Robert Pax in Sarreguemines im Osten von Frankreich absolviert. Im August 2022 habe ich angefangen auf der chirurgischen Station zu arbeiten. Nach 6 Monaten stand dann der Wechsel mit meiner IJFD-Kollegin, die in dieser Zeit auf der Geriatrie gearbeitet hat, an. Das heißt den zweiten Teil meines Freiwilligendient habe ich mit älteren PatientInnen verbracht.
Ein typischer Arbeitstag startet für mich um 8 Uhr in Arbeitskleidung auf der Station. Die Kleidung bekommt ihr vom Krankenhaus gestellt, nämlich einen weißen Kasak und eine weiße Hose. Bequeme Turnschuhe müsst ihr selbst mitbringen.
Auf Station angekommen drucke ich mir nun eine PatientInnen-Übersicht aus und mache mich mit den Veränderungen zum Vortag vertraut.
Danach spreche ich mit meinen KollegInnen ab, um welche PatientInnen ich mich kümmern werde. Das bedeutet, dass ich PatientInnen ins Badezimmerbegleite, um ihnen zu helfen ihre morgendliche „toilette“ (also: „sich frisch machen“) zu erledigen. Oder aber gibt es Menschen, die nicht selbst aufstehen oder laufen können. Deswegen werden sie im Bett liegend gewaschen.
Im Anschluss mache ich meine Tour mit einem Blutdruckmessgerät und nehme von allen PatientInnen die Werte, das heißt: Blutdruck, Puls, Temperatur und Sauerstoffsättigung und trage sie in eine spezielle Liste ein, die ich anschließend einer „infirmièr·e“ (Krankenschwester) gebe. Wenn es zwischendurch Probleme oder Notrufe gibt oder eine „aide soignant·e“ (KrankenpflegerIn) Hilfe mit einem PatientInnen benötigt, helfe ich da auch aus.
Gegen 12 Uhr klingelt der „chariot avec les repas du midi“ (Essenswagen) und das Mittagessen für die PatientInnen ist fertig zum Austeilen. Um ca. 13 Uhr gibt es dann auch für das Personal Mittagessen.
Im Anschluss findet die „transmission“ (Schichtübergabe) statt. Meistens bin ich dabei nicht anwesend, sondern räume die eingetroffene frische Wäsche in das Wäschelager ein. Wenn die „transmission“ vorüber ist, begeben sich die „aides soignants·es“, „infirmièrs·es“ und ich auf Nachmittagstour und schauen ob die PatientInnen etwas brauchen.
Um 15:15 Uhr endet mein Tag und meine Kollegin und ich fahren mehr oder weniger erschöpft mit dem Bus in unsere Wohnung.
Die Wohnung liegt ebenfalls in dem kleinen Städtchen Sarreguemines an der Grenze zu Deutschland (ca. 30 min von Saarbrücken mit der Bahn). Das Appartement wird vom Krankenhaus gestellt. Es gibt insgesamt 4 Schlafräume, aber nur 2 werden von uns bewohnt. Ansonsten haben wir ein sehr großes Wohnzimmer mit Fernseher, Couch und Sessel, eine Terrasse, die direkt angrenzt und eine Küche mit allen Geräten für den täglichen Gebrauch.
Die Wohnung liegt ziemlich im Zentrum von Sarreguemines. Dort gibt es einige „brasseries“ (Restaurants), Cafés, Bars und „boulangeries“ (Bäckereien). An Freizeitmöglichkeiten bietet die Kleinstadt ein Kino, mehrere Fitnessstudios und auch Sportvereine, die ihr im „office de tourisme“ erfragen könnt.
Während eures IJFDs gibt es alle 2-3 Monate sogenannte Bildungsseminare (insgesamt 5 Stück) jeweils an verschiedenen Orten in Frankreich oder Deutschland. Dabei lernt man anfangs die anderen Freiwilligen des Jahrgangs kennen und knüpft bereits erste Freundschaften. Jedoch lernt man auch etwas über ausgewählte Themen, besonders in Bezug auf Kommunikation mit sich selbst aber auch anderen Menschen. Ebenso haben wir uns selbst und die Arbeit reflektiert und sind auf unsere Ängste und Befürchtungen in Bezug auf den IJFD aber auch unsere Zukunft eingegangen. Abgesehen vom inhaltlichen Aspekt, haben wir auch viele Ausflüge in den verschiedensten Gebieten unternommen, gemeinsam gegessen, gespielt und gesungen. Man kann sagen, dass sich diese Seminare auf keinen Fall wie Arbeit anfühlen :)
Im Großen und Ganzen war es eine sehr gute Erfahrung für mich, in einem anderen Land zu wohnen und den ganzen Tag darauf angewiesen zu sein eine andere Sprache zu sprechen. Das stärkt immens das Selbstbewusstsein und natürlich auch eure Sprachfähigkeiten! Klar ist es nicht immer einfach, allein in einem anderen Land weit weg von der Heimat zu sein, aber man wächst daran. Grundsätzlich konnte ich während des Jahres für mich mitnehmen was Selbstständigkeit und Unabhängigkeit bedeutet.
Zu guter Letzt möchte ich euch mitgeben: Bleibt stark! Auch wenn es manchmal schwierig ist: z.B. wegen Missverständnissen mit den KollegInnen, wegen zu viel oder zu wenig Arbeit, wegen Heimweh oder anderen persönlichen Gründen! Ihr glaubt nicht wie schnell 12 Monate vergehen können. Also macht das Beste aus eurem Jahr und lasst euch von niemandem runterziehen, aber lasst euch auch nichts einreden. Wenn ihr ein Problem auf der Arbeit habt, dann sprecht es an und fresst es nicht in euch hinein, nur so könnt ihr vorankommen! Und sollte ein Tag mal nicht so verlaufen, wie ihr ihn euch erhofft habt, dann denkt daran: Nach jedem Gewitter scheint auch wieder die Sonne!
Viele Grüße!
Lilith