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E-Mail: freiwilligendienste@drk.saarland
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Mo. - Do. 09:00 - 16:00 Uhr
Fr. 09:00 - 12:00 Uhr
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Luis berichtet von seinen Erfahrungen beim Goethe-Institut Brüssel und seinem Leben in Belgien.
Vor ungefähr einem Jahr begannen meine drei Mitbewohnerinnen und ich unseren IJFD im Kulturbereich am Goethe-Institut Brüssel. Wir alle haben uns erst eine Woche vor Beginn des Freiwilligendienstes kennengelernt und waren alle noch etwas schüchtern und aufgeregt, als wir das erste Mal vor der großen grünen Tür inmitten des Europa-Viertels standen und unser erster Arbeitstag am Goethe-Institut Brüssel begann.
Die Arbeit begann schnell ernst zu werden und so fand ich mich in der ersten Woche schon in den ersten Meetings wieder, die mich am Anfang auch teilweise ziemlich überforderten. Zu Beginn galt aber sowieso immer die Divise: „Erstmal mitgehen und dann mal schauen, ob man da nützlich sein kann“, und tatsächlich kamen bei vielen Terminen mit meinen KollegInnen auch schon die ersten Aufgaben für mich zustande. Von Zeit zu Zeit kamen hierbei immer mehr Aufgaben dazu und ich fühlte mich auch in den Meetings mit jedem Tag, der verstrich immer sinnvoller.
Wir arbeiten an einem sehr untypischen Goethe-Institut mit nur wenigen deutschen Sprachkursen und einer eher komprimierten Programmarbeit, die vor allem lokale Kulturzentren unterstützt, als selbst aufwendige Kulturevents im Goethe-Institut zu planen. Im Gegenzug laufen über das Goethe-Institut Brüssel alle EU-verbundenen Angelegenheiten des Goethe-Instituts weltweit. So erleben wir vor allem einen verwaltungsorientierten Arbeitsalltag und beschäftigen uns weniger mit der Planung von Events. Aus meiner Sicht ist das nicht weniger spannend, aber eben eine andere Arbeitsweise, als man es sich vielleicht von einem Kulturinstitut vorstellen würde.
Bei uns in Brüssel werden neben den Fördermittelanträgen für EU-Projekte weltweit, auch viele solcher Projekte bei uns in Brüssel ausgerichtet, wie zum Beispiel das aktuell größte EU-geförderte Projekt „Culture Moves Europe“, in dem ich ebenfalls mitarbeiten darf.
Mit den anderen Mitarbeitenden des Goethe-Instituts komme ich meist sehr gut klar und einige sind mir schon sehr ans Herz gewachsen. Meine KollegInnen haben mir das Ankommen in Brüssel unglaublich leicht gemacht und bieten mir immer Raum für klares Feedback und auch gegenseitige Kritik, was vor allem meine Fähigkeit zur offenen Kommunikation gestärkt hat. Ich weiß jetzt schon, dass der Abschied von ihnen wohl sehr tränenreich ausfallen wird.
Mein Privatleben in Brüssel gestaltet sich sehr abwechslungsreich. Ich lebe mit den drei anderen Freiwilligen zusammen in einer WG in Schaerbeek / Schaarbeek. Das Viertel liegt im Nordosten von Brüssel und ist eine der größten Commune Brüssels. Unsere Nachbarschaft ist schön und ruhig. Wir wohnen eher im Süden von Schaerbeek, mit direkter Anbindung zu Bussen, Trams und der S-Bahn. Bis zu Arbeit brauchen wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ca. 20-30 Minuten, mit dem Fahrrad ungefähr 15 Minuten. Wenn man allerdings mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren will, muss man gerade in der Rush-Hour tapfer sein, da man durch die wohl meist befahrensten Straßen Brüssels fahren muss. Viele andere Wege lassen sich allerdings relativ entspannt mit dem Fahrrad bewältigen und es gibt ehrlich gesagt nichts schöneres, als mit dem Rad an einem warmen Frühlingstag durch die Kirchbaum-Alleen Brüssels zu fahren oder sich mit einem kalten belgischen Bier in einen der vielen Parks zu legen, was mittlerweile wohl zu den Lieblingsbeschäftigungen meiner MitbewohnerInnen und mir zählt.
Brüssel zeichnet sich durch seine bunte und internationale Atmosphäre aus. Es ist eine Stadt, in der nicht nur ganz Europa, sondern wohl eher die ganze Welt zueinander findet, was zu einem unglaublich reichhaltigen kulturellen Leben in Brüssel führt. Ebenfalls spielen die EU-Institutionen eine große Rolle für die Stadt. Man bekomm eigentlich immer mit, ob gerade ein EU-Gipfel oder eine besondere Abstimmung im Parlament stattfindet.
Das Leben mit meiner WG ist durchzogen von lustigen und aufregenden Geschichten. Wir haben uns alle schnell zusammen eingelebt und teilen mittlerweile tatsächlich alles miteinander, was in unserem Leben gerade passiert oder bereits passiert ist. Meine Mitbewohnerinnen sind im Laufe der Zeit eine Art 2. Familie für mich geworden und ich hoffe sehr, dass wir nach dem Freiwilligendienst auch weiterhin diese enge Beziehung zueinander halten können, auch wenn wir dann nicht mehr den ganzen Tag aneinanderkleben.
Meine Freizeit nutze ich vor allem um Belgien besser kennenzulernen. Von Brüssel kommt man in für einen geringen Preis in jede Ecke des Landes. Man fährt anderthalb Stunden und kann an der belgischen Küste in Oostende in der Nordsee baden oder mit der längsten Tram-Strecke der Welt die gesamte belgische Küste von der französischen bis zur niederländischen Grenze entlangfahren. Anderthalb Stunden in die andere Richtung findet man sich in den dichten und hügeligen Wäldern der Wallonie wieder, in der es sogar kleine Ski-Gebiete gibt. Die abwechslungsreiche Natur wird durch die vielfältigen Städte ergänzt. Antwerpen, Gent oder Brugge sind immer einen Besuch wert und auch wallonische Städte, wie Namur und Mons müssen sich nicht verstecken.
Belgien ist gezeichnet von Mehrsprachigkeit, denn es sticht mit drei Amtssprachen (Französisch, Niederländisch, Deutsch) deutlich aus dem europäischen Durchschnitt hervor. Brüssel ist die einzige offiziell zweisprachige Region Belgiens, weshalb auch alle Straßen, Haltestellen und auch manche Communes zwei verschiedene Namen haben, eben einen französischen und einen niederländischen. Durch diese große Varianz bietet es sich natürlich an einen Sprachkurs zu machen, um die anderen Landessprachen auch etwas zu verstehen. In Brüssel ist hierbei vor allem das Angebot an Niederländisch-Kursen nicht zu unterschätzen, welche extrem günstig und zahlreich sind. Ich selbst habe einen Niederländisch-Kurs bis A2 gemacht und lerne jetzt selbst weiter. Brüssel selbst ist vor allem französischsprachig, trotz der offiziellen 2-Sprachigkeit. Durch die Internationalität der Stadt kommt man aber überall auch zur Not auf Englisch durch.
Mein Kontakt mit den anderen Freiwilligen des DRKs, die in Frankreich und Luxembourg eingesetzt sind, erfolgt vor allem während der Seminare, zu denen wir uns alle sehen und austauschen können. Doch auch unter den anderen Freiwilligen habe ich neue und enge Freundschaften gefunden und wir versuchen uns möglichst häufig zu sehen.
Ich war mir zu Beginn des IJFD nicht sicher, ob es wirklich die richtige Entscheidung gewesen sein könnte, doch jetzt stelle ich jeden Tag aufs Neue fest, dass ich viele lustige und abenteuerreiche Dinge, die mich nun definieren, nicht hätte erleben können, wenn ich den Schritt nach Brüssel nicht gewagt hätte.