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Rachel hat ein Jahr in Paris mit Menschen mit Behinderung zusammen gelebt und gearbeitet. Sie erzählt von ihren Erfahrungen.
Mit Menschen mit Behinderungen zusammenarbeiten – wer macht denn sowas?“
„Mit Menschen mit Behinderungen zusammenleben und arbeiten muss bestimmt anstrengend sein.“ Den Satz habe ich vor und während meines IJFDs in der Arche in Paris oft gehört. Und auch, wenn die Menschen mit „anstrengend“, oder auch „schwer“ oder „blöd“ teilweise Recht hatten, dann haben sie ganz viele andere Adjektive, die ich zum Beschreiben meines IJFDs benutzen würde, vergessen. „Lustig“ zum Beispiel, „lehrreich“, „erfahrungsreich“ „unglaublich“ oder einfach „génial“!
Arbeitsalltag
Ich habe ein Jahr lang in einem Foyer (einer Wohngruppe) für Menschen mit geistigen Behinderungen gelebt und gearbeitet. Dort begleitete ich diese in ihrem Alltag, ab morgens früh vom Wecken (die frühste Schicht begann um 7:30 Uhr morgens), dem gemeinsamen Frühstück, Begleitung beim Zähneputzen und anderen morgendlichen Tätigkeiten bis abends zum Vorbereiten von Duschen und Kleidung für den nächsten Tag, gemeinsames Kochen, Essen, Abräumen und ins Bett bringen. Dabei arbeitete man abends bis 22h, hatte dafür aber tagsüber, vor allem nachmittags, viel Freizeit und konnte die vielen Angebote an Museen, Parks, Cafés und Geschäften, die Paris bietet, ausnutzen.
Die Besonderheiten der Arche
Am Wochenende wurde auch tagsüber gearbeitet, allerdings konnte ich auch an vielen Ausflügen mit dem Foyer teilnehmen. Manchmal ging es nur in den nächsten Park, aber manchmal auch in Museen, ins Musical und zweimal zu Oldtimer-Ausstellungen, bei denen man auch in den Autos mitfahren durfte. Am schönsten war dabei ein Wochenende, an dem wir mit dem ganzen Foyer in die Bourgogne gefahren sind, welches ich nie vergessen werde. Denn das Besondere an der Arbeit in der Arche ist die familiäre und herzlicheStimmung in den Foyers. Ich habe mit fast allen der „personnes accueillies“, also den untergebrachten Personen mit Behinderung, eine sehr enge Beziehung aufgebaut und sie alle sehr ins Herz geschlossen.
Zudem waren alle Feste, etwa Geburtstagsfeiern oder unsere Weihnachtsfeiern immer besondere Erfahrungen. Dabei fiel auf, wie sehr jede einzelne Person wertgeschätzt wurde und die normalen Strukturen und Rhythmen des Foyers für einzelne Abende aufgehoben wurden. Auf einmal wurde im Wohnzimmer getanzt, über dem Esstisch hing eine Discokugel und alle waren gut gelaunt.
Persönliche Entwicklung
Mir persönlich hat der IJFD sehr viel gebracht, da ich durch die Erfahrung, im Ausland zu leben, zum ersten Mal mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten und auch die spezielle Wohnsituation sehr viel offener und selbstsicherer geworden bin. Außerdem hat sich mein Französisch-Niveau verbessert und ich habe sehr viele unglaubliche Leute kennengelernt. Mit meinen beiden Mitfreiwilligen im Foyer habe ich mich super verstanden und wir sind im Laufe des Jahres fast unzertrennlich geworden. Auch einige andere Freiwillige der Arche in Paris und des DRKs sind zu sehr guten FreundInnen geworden.
DRK-Seminare
Die DRK-Seminare zählten unter anderem wegen dieser Freundschaften zu den schönsten Momenten des Jahres, waren jedoch auch sonst von vielen lustigen Erfahrungen geprägt – vom Reverse-Versteck spielen in unserer Hütte in den Vogesen, jeder Menge Aufwärmspiele und dem Volleyball spielen in Metz, bei dem der Ball fast so oft in der Mosel wie in unseren Händen landete, war alles dabei. Natürlich habe ich in der Zeit auch viel gelernt und einige Seminarteile waren wirklich spannend und hilfreich, wir reflektierten über unsere Arbeit, interkulturellen Austausch, Politik und die EU und Philosophie.
Abschluss
Rückblickend würde ich sagen, dass ich die Wahl, einen IJFD in der Arche in Paris zu machen, genauso nochmal treffen würde und allen Leuten, die daran zweifeln, ob ein Jahr im Ausland oder die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen das Richtige für sie sind, sagen: Essayez-le! Probiert es aus! Seid mutig, offen und bereit, euch auf etwas Neues einzulassen. Bonne chance et bon courage!